Gedanken zum Hochfest Hl. Petrus und Hl. Paulus – 29. Juni 2019

Petrus und Paulus – zwei so unterschiedliche Menschen – und doch hatten sie dieselbe Methode, die Botschaft von Gottes Liebe unter die Menschen zu bringen!

1. Petrus und Paulus gehen zu den Menschen

Wenn man für den Petrus und Paulus ein Stichwort suchen sollte, dann könnte man schreiben: „Immer unterwegs“. Die ganze Welt wollen sie für Christus gewinnen. Aber sie fangen ganz klein in der Welt der Menschen an. Das war urchristliche Missionsmethode. Wenn die Apostel in eine Stadt kamen, gingen sie als erstes dorthin, wo die Menschen sich trafen. Sie gingen zu den Leuten, die das gleiche Handwerk ausübten.  Sie knüpften an ihre Lebenswelt an.  In dem, was ihr Leben war, wurde ihnen der lebendige Gott verkündet. Petrus und Paulus knüpften Beziehungen zu den Menschen, um sie in die Beziehung zu Gott hinein zu begleiten.

2. Petrus und Paulus knüpfen an ihrer Kultur an.   

Sie lebten in einer Zeit als sich östliche und westliche Kulturen vermischten. Paulus, Petrus waren es, die versuchten das Evangelium diesen Menschen, die in dieser Zeit, in dieser Kultur lebten, zu verkünden. Paulus bekennt:  „Den Juden, ein Jude, den Griechen ein Grieche, den Schwachen ein Schwacher. Allen bin ich alles geworden um des Evangeliums willen“ (1 Kor 9,20f). Das war ihr Programm: Sie gingen zu den Menschen! Sie versuchten ganz nah an ihrem Leben teilzuhaben, damit sie von ihrem Denken, von ihrer Mentalität, von ihrer Bildung her die Frohe Botschaft ihnen erschließen konnten. Die Botschaft von der Liebe Gottes, die sich gezeigt hat in Jesus Christus,  sollte verknüpft werden mit dem Leben der Menschen. Das konnte und kann nur gelingen, wenn die Menschen in ihrer Kultur, in ihrer Bildung, in ihrem Denken und Fühlen ernstgenommen werden – damals und heute.

3. Petrus und Paulus wollen die Menschen zu einer persönlichen Beziehung zu Gott führen

Verwurzelung in Gott ist für beide Apostel eine ganz persönliche Angelegenheit. Ein Prozess zwischen Gott und dem jeweiligen Menschen. Das zeigt das Bekehrungserlebnis des Paulus bei Damaskus, wie sich Jesus Christus ihm persönlich zuwendet und ihn in Dienst nimmt. Das zeigt das Leben des Petrus, wie er Jesus bekennt als den lebendigen Sohn Gottes! Wie Petrus in seiner Schwäche durch sein Vertrauen auf Jesus Christus zum Felsen der Kirche wird. Verwurzelung in Gott, das war für Petrus wie für Paulus die Erfahrung, dass Gott zu jedem Menschen, der sich ihm öffnet, eine lebendige Beziehung pflegt.  Dass Jesus Christus in einer liebenden Beziehung zu jedem Menschen steht. Ihre Aufgabe als Apostel war ganz einfach: Diese bereits schon bestehende Verbindung Gottes zum Menschen, dem Menschen durch ihre Verkündigung bewusst zu machen. Anders gesagt: Die Verwurzelung in Gott mit den Menschen zusammen zu entdecken.

Verwurzelung in Gott? Wie geht das? Es ist manchmal viel einfacher, als wir denken. Paulus beschreibt sie im Kolosserbrief so:  Seid wachsam und dankbar, lasst nicht nach im Beten.